Secret Of Elements & Band ‘live’ @ Heiligen-Geist-Kirche


30.11.2018 | Einlass: 19:00 | VVK: ab 19,90 € Tickets

Johann Pätzold
als
SECRET OF ELEMENTS & BAND ‘live in concert’

präsentiert von InFiné, M.A.U. Club Rostock, Rostocker Botschaft

EP “Odesea”

Johann Pätzolds Einstieg beim französischen Label InFiné war ein voller Erfolg. Zuletzt verwendete Christian Dior die Musik aus seinem Debut „Monumentum“ für eine traumhafte Show. Das nun folgende zweite Minialbum mit dem Namen „Odesea“ ist nicht weniger vielversprechend.

Während der junge norddeutsche Komponist in der ersten EP noch seine Erlebnisse verarbeitete, die er als Aktivist auf dem Mittelmeer während der europäischen Flüchtlingskrise machte, gewinnt er in „Odesea“ weiter an Substanz. Er verabschiedet sich thematisch von diesen konkreten Ereignissen und entwickelt unbeirrt seine musikalische Sprache fort. Zwar bleiben das Meer und die Irrfahrt wichtige Motive, sie sind allerdings nicht so zentral angelegt wie in „Monumentum“. „Odesea“ verbleibt im Maschinenraum. Johann Pätzold wird dabei nicht nur als Bild, sondern wortwörtlich zum Maschinisten der Herzkammer, indem er die Orgel zum wichtigsten musikalischen Element der EP macht.

Dieses Instrument hat für ihn eine besondere Bedeutung. Pätzold ist in der mecklenburgischen Kleinstadt Gnoien aufgewachsen bis er 7 oder 8 Jahre alt war. Die Kirche der Stadt beherbergt eine Lütkemüller-Orgel aus dem Jahr 1859, die sich noch immer im Originalzustand befindet. Zu den Aufnahmen der EP hatte er zum ersten Mal die Gelegenheit an eben dieser Orgel zu spielen. Vor den eigentlichen Aufnahmen war er zwei Tage lang komplett allein an dem Instrument und er erzählt es so, als hätte er die Zeit nicht in der Kirche seiner Kindheit verbracht, sondern eben unter Deck: mit Druckkesseln, Ventilen, Öl und Hitze und Lärm und als hätte es echte körperliche Anstrengung gekostet, die Kraft, die dieses Instrument beherbergt, zu zähmen.

Die Musik spiegelt diese Situation wieder, aber keinesfalls auf der Soundebene des Maschinenraums, sondern als überlagernder Score eines Stummfilms, der von diesem kämpfenden Maschinisten handelt. Es ist die Beziehung zwischen ihm und dem Boot, mal stürmisch, mal wieder ganz ruhig, doch ständig voller Aufmerksamkeit, als könnte jeden Moment etwas Entscheidendes geschehen. Und immer ist es der Maschinist, der das Boot von einem Ort zum nächsten bewegt, aber es weder steuert, noch selbst am gleichen Ort sein kann. Er sieht nicht, wo das Boot sich befindet, er ist nur in seiner Vorstellung dort und gerade in dieser Gleichzeitigkeit von Anwesenheit und Abwesenheit entsteht dann unvermutet die Liebe. Darum beherrschen die Musik auch nicht Druck und Hitze, sondern feinsinnige Betrachtungen, sensible, melancholische Fantasien und letztendlich auch die zerbrechlichen Momente der Hoffnung, die unter der Kraft der Orgel, die wir tatsächlich atmen und arbeiten hören, zwar gefährlich zittern, doch nicht zerbrechen.

Pätzold erzeugt eine ganz zauberhafte, kraftvolle Atmosphäre, die durch alle fünf Tracks trägt. „Odesea“ ist ein großes Erlebnis, gerade weil es nicht durch reine Größe überzeugen will, sondern ein Gespür hat für die so entscheidende Kraft der Lebendigkeit.

 

Pressestimmen
Odesea dehnt Electronica noch weiter in Richtung Neoklassik“ (Groove Magazin)

Johann Pätzold aus Rostock ist Musiker und Aktivist. Er half Flüchtlingen im Mittelmeer und verarbeitet seine Erlebnisse auf dem Mini-Album ‚Odesea‘ – sein Sound als ‚Secret Of Elements‘ ist ein Mix aus Elektronik und Kammer-Pop, getrieben von seinem Orgelspiel. […] Seine Musik ist derart einnehmend. Ich bin schwer gänsehautgefährdet.“ (Bayrischer Rundfunk)

Oszillierend zwischen einem Orchester wie von Ulrich Schnauss und einem apokalyptischen Jon Hopkins.“ (Manifesto XXI Magazine)

 

Über Johann Pätzold
Johann Pätzold arbeitet unter dem Namen SECRET OF ELEMENTS. Er ist Pianist, Multi-Instrumentalist und Produzent aus der Hansestadt Rostock. Auf der Suche nach einer Therapie durch eigene Kompositionen hilft ihm die Musik, die Wirklichkeit besser zu erfassen. Es fing alles an, als er während eines Physikstudiums in Hamburg an einer Arbeit über das Wesen der Zeit schrieb und darüber einen schweren Nervenzusammenbruch erlitt. In der psychiatrischen Klinik schrieb er dann sein erstes Album „Minds“. Sein zweites Werk „Schizophrenia“ handelt von der Paranoia im Allgemeinen und dem NSA-Skandal im Besonderen. Nach der Aufnahme eines seiner Titel in die #Explorer-Compilation, wurde Pätzold beauftragt, die in Paris entstandenen „Versus“-Orchesteraufnahmen von Carl Craig und Francesco Tristano zu bearbeiten, zu ordnen und teilweise neu aufzunehmen. Er trägt damit seinen persönlichen Teil zur Wiedergeburt des Albumprojekts von „Versus“ bei und ist auf der LP als Pre-Producer verewigt.
www.facebook.com/SecretofElements | http://secretofelements.com/

Die Musiker
André Scheier – Gitarre
Andreas Böhm – Kontrabass/Bass
Benjamin David – Viola/Violine
Johann Pätzold – Keyboard/Synthesizer
Lydia Harder – Saxophon
Mathias Ruck – Schlagzeug
Philipp Wisotzki – Piano

Benefiz
Von jedem gekauften Ticket spenden wir 4 € an Sea-Watch für ihre Arbeit als Seenotretter auf dem Mittelmeer. www.facebook.com/seawatchprojekt
 

Fr 30.11.2018 | Einlass: 19 Uhr | Beginn: 20 Uhr
https://www.facebook.com/events/246227509408899/